Prostatabiopsie (transrektal)

Weshalb eine Prostatabiopsie?
Falls bei einem jungen oder reiferen Mann bei der Prostata-Vorsorgeuntersuchung ein bösartiger Prostatatumor (Prostatakarzinom) nicht sicher ausgeschlossen werden kann, sollte zur Planung der Behandlung eine Gewebeprobe der Prostata entnommen werden.

Wie wird eine Prostatabiopsie durchgeführt?
Vor der Untersuchung wird Ihnen ein Antibiotikum in Form einer Tablette zur Vermeidung einer Infektion verabreicht. Als Patient liegen Sie mit hochgelagerten Beinen auf einem speziellen Untersuchungsstuhl. Der Urologe führt eine speziell geformte Ultraschall-Sonde durch Ihren After, um die Prostata auf dem Bildschirm darzustellen. Mit einer sehr feinen Biopsie-Nadel werden nach örtlicher Betäubung ultraschall-gesteuert ca. 10-12 Biopsien der Prostata entnommen. Das so gewonnene Gewebe wird in ein spezielles Labor geschickt. Das Resultat der Gewebeprobe ist in der Regel nach wenigen Tagen vorhanden.

Ist eine Prostatabiopsie schmerzhaft?
Das Einführen der Ultraschall-Sonde durch den After kann ein leichtes Druckgefühl, evt. auch etwas Stuhldrang auslösen. Vor der Gewebeentnahme wird die Prostata mit einer feinen Nadel örtlich betäubt (Lokalanästhesie), was als leichter Stich wahrgenommen werden kann. Die 10-12 Biopsien werden dann in der Regel von den allermeisten Patienten nicht als schmerzhaft empfunden. Die Biopsie-Nadel wird durch eine spezielle „Pistole“ in das Gewebe gespickt – dies wird akustisch als Knall wahrgenommen. Die Untersuchung nimmt nur etwa 10 Minuten in Anspruch.

Hat die Prostatabiopsie Nachwirkungen?
Nach der Untersuchung kann es sowohl im Stuhl, im Urin oder im Samenerguss zu Blutbeimischungen kommen - dies ist in der Regel harmlos. Bei stärkeren Blutungen der Prostata oder bei Schwierigkeiten mit dem Wasserlösen muss seltenerweise und vorübergehend ein Blasenkatheter eingelegt werden. Das verabreichte Antibiotikum oder das Betäubungsmittel kann bei manchen Patienten allergische Reaktionen auslösen. Bei ca. 1% der Patienten kann es trotz Antibiotikaschutz zu Fieber und Schüttelfrost kommen (Blutvergiftung)  –  in diesem Fall müssten Sie sich umgehend mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen.